•22. November 2009 •
Diese Woche habe ich zusammen mit Theresa, Paul, Mari und zwei Mädchen, Steffi und Johanna, die zusammen mit Mari auf einer Bio-Farm in Raglan gearbeit haben, im Tongariro National Park im Zentrum der Nordinsel einen Trampingtrip gemacht.
Zur Erklärung, Tramping heißt hier in Neuseeland nicht „per Anhalter fahren“, sondern bedeutet Trekking. Man macht eine mehrtägige Wanderung mit einem großen Rucksack auf dem Rücken, in dem sich Kleidung, Nahrung und Schlafsack befinden. Dabei schläft man entweder in sich im Nationalpark befindlichen Hütten oder in einem eigens mitgebrachtem Zelt.
Die Landschaft des Tongariro National Park ist bekannt durch die Verfilmung des Romans „Der Herr der Ring“. Einige Szenen wurden in diesem National Park gedreht. So diente der National Park als Kulisse für Mordor. Der 2290m hohe Mt. Ngauruhoe, neben dem höchsten Berg der Nordinsel, dem Mt. Ruapehu (2796m), einer der aktiven Vulkane des National Parks, ist der bekannte Schiksalsberg.
Wir machten einen der Great Walks, den Northern Circuit, der mit drei Übernachtungen in Hütten einmal um den Schiksalsberg herumführt. Wenn man möchte, kann man auch auf die Gipfel von Mt. Ngauruhoe und Mt. Tongariro steigen.
Wir hatten vor einigen Wochen das erste Mal überlegt gehabt, einen solchen Trip zu machen. Während der letzten zwei Wochen planten wir den Trip genauer.
Theresa, Paul und ich überlegten, was wir mitnehmen müssten. Am meisten machten wir uns Sorgen darüber, zu wenig Essen mitzunehmen. Letztendlich entschieden wir uns deshalb dazu, nach dem Motto „Wer schleppt, der schlemmt!“ zu verfahren.
Folgendes stand auf unserer Packliste für den Trampingtrip:
- Kamera
- Trampingrucksäcke
- Schuhe
- Regensachen
- Kopfbedeckung
- Sonnenbrille
- Handschuhe
- Schal
- Dicke Socken
- Normale Kleidung
- Warme Kleidung
- Sonnencreme
- Erste Hilfe
- Verbandszeug
- Notfalltropfen
- Arnika
- 2 Kochtöpfe
- Besteck
- Teller
- Badesachen
- Wasserflaschen
- Becher
- Thermoskanne
- Handtücher
- Geschirrspültücher
- Seife/Spülmittel
- Zahnpasta
- Schlafsack
- Isomatte
- Bettlaken
- Taschenlampe
- Kompass
- Scharfes Messer
- Tüten
- Regenschutz für Rucksäcke
- Handdesinfizierer
- Batterien
- Shampoo (biologisch abbaubar)
- Essen
- Müsliriegel (insgesamt 6 Packungen)
- Traubenzucker (1 Packung pro Person)
- Obst (2 Äpfel und Bananen/Tag und Person) = 12 Äpfel und 12 Bananen
- Karotten (1 pro Tag und Person) + 2 Karotten = 14
- 2 Brote von Maria
- 3 Avocados
- 1 Gurke
- Käsescheiben
- 3 Zucchini
- Biscuits
- Muffins
- Scones
- Cookies
- Oats
- Studentenfutter
- Trockenfrüchte
- Müsli mit Trockenfrüchten (15 Esslöffelx4?)
- Reis (2 Tassen)
- Nudeln (2x Spaghetti, 1x spiral pasta)
- Tomatensauce (1 Kanne)
- 1 Hummus
- Couscous (1 Packung)
- 4 gekochte Eier
- 1 Glas Marmelade
- 1 Glas Erdnussbutter
- Salz
- Zucker
- Zimt
- Pfeffer
- Kräuter (Italian Herbs)
- Tee
- 3 Dosen Tunfisch
- 1 Dose Mais
- Tumeric
- 1 Tafel Schokolade
- 1 Packung Gummibärchen
- Taschentücher
- Klopapier
Unser Essensplan sah folgendermaßen aus:
- Dienstagabend: jeder selbst von Hohepa
- Mittwochmorgen: jeder selbst von Hohepa
- Mittwochabend: 2 Tassen Reis mit 1 Dose Red Beans, 1 Dose Mais, 1 Dose Tuna, 1 Flasche Ketchup
- Donnerstagsmorgen: Porridge mit Studentenfutter
- Donnerstagabend: 750g Spaghetti mit 1 Dose Tomato Paste und Italian Herbs
- Freitagmorgen: Porridge mit Studentenfutter
- Freitagabend: 250g Spaghetti, 500g Spiral Pasta mit 1 Glas Pesto
- Samstagmorgen: Porridge mit Studentenfutter
- Samstagabend: Couscous mit Karotten, 3 Zucchini, 1 Dose Tuna, restlicher Ketchup
Die restlichen Essensvorräte sollten auf dem Weg gegessen werden.
Am Montagabend – am Dienstagnachmittag wollten wir losfahren – organisierte mir meine Freundin noch ziemlich kurzfristig einen Trampingrucksack, nachdem der, den ich mir erst organisiert hatte, keine Träger hatte.
Am Dienstag vor dem Start des Trips kaufte ich mir dann noch im Warehouse kurz vor unserer Abreise Wanderschuhe, eine Regenhose sowie dicke Socken.
Scheinbar gut ausgerüstet, brachen Theresa, Paul und ich am Dienstagabend bei starkem Regen deutlich später als geplant in Auckland auf in Richtung Tongariro National Park. Dort trafen wir uns mit Mari, Steffi und Johanna auf dem Mangahuia-Campingplatz, wo wir in Autos und Zelten übernachteten.
Mittwoch
In der Nacht hatte ich einen sehr komischen Traum, der in Passagen ziemlich real erschien. Ich schlief mit Paul im Auto. Am nächsten Morgen wollten wir zum Trampingtrip aufbrechen und ich freute mich schon sehr. Irgendwie war jedoch etwas an meinem Auto kaputt. Ich befand mich plötzlich mit dem Auto in einer Werkstatt, die einem Büro glich und bekam eine Rechnung über 1500$ für einen Schaden, den ich nicht nachvollziehen konnte. Ich war aufgebracht, da ich sowieso schon wenig Geld hatte und somit wohl nicht Trampen gehen könnte. Zu allem Überfluss kam auch noch ein Polizist vorbei und sah sich mein Auto an. Er öffnete die Beifahrertür, die sich auf der rechten Seite befand, und sah in das Handschuhfach. Dort befand sich eine Pistole. Der Polizist stellte mich zur Rede. Ich wusste nicht, ob ich mich ahnungslos stellen sollte oder ob ich angeben sollte, woher die Pistole kommen könnte, auch wenn ich letzteres überhaupt nicht genau wusste. Ich stammelte vor mich hin und es machte den Anschein, dass ich mich ertappt fühlte. Letztendlich konnte ich den Polizisten jedoch einigermaßen überzeugen, dass ich keine Ahnung hätte, woher die Waffe käme. Der Polizist meinte, dass ich einfach ein Formular ausfüllen müsste und dann würde schon alles kein Problem werden. Ein Verfahren würde es jedoch so oder so geben und außerdem müsste ich 1800$ wegen illegalen Waffenbesitzes zahlen. Wenn ich das Formular nicht ausfüllen würde, könnte ich jedoch zusätzlich meinen Führerschein verlieren ins Gefängnis wandern. Ich fing an, das Formular auszufüllen. Ich war ziemlich wütend, weil ich unbedingt auf den Trekkingtrip gehen wollte und jetzt alles schiefging. Nachdem ich schon die Hälfte ausgefüllt hatte, war ich so genervt von der ganzen Situation, dass ich aufhörte, das Formular auszufüllen und zurück zu Hohepa fuhr. Auf dem Weg fiel mir ein, wie die Pistole ins Handschuhfach gekommen war. Wir waren am Parkplatz Opfer eines bewaffneten Überfalls geworden, bei dem Paul dem Banditen die Pistole abgenommen hatte und ihn in die Flucht geschlagen hatte. Anschließend hatte er die Pistole ins Handschuhfach gelegt und nicht mehr herausgenommen. Dummerweise gerade ins Handschuhfach, wo sie jeder sofort finden würde. Während der Fahrt zu Hohepa bereute ich, dass ich das Formular nicht zu Ende ausgefüllt hatte.
In der nächsten Traumsequenz befand ich mich bei Hohepa in einem Haus, wo alle guys sowie Theresa und die Hauskoordinatorin am Essenstisch saßen. Ich war immer noch sehr wütend auf mich, da ich den Bogen nicht vollständig ausgefüllt hatte und mir nun eventuell eine Gefängnisstrafe ins Haus stand und vor allem auch auf Paul, durch dessen Leichtsinn ich erst in diese Situation geraten war. Die Hauskoordinatorin gab Theresa und mir ein Stück Papier, auf das wir ein Wort korrekt schreiben sollten, dass sie uns sagte. Es handelte sich um ein Wort, das eine Abwandlung eines normalen Wortes war und nur von der Hauskoordinatorin selbst benutzt wird, so wie sie es manchmal handhabt. Ich hatte überhaupt keine Lust auf diese Aufgabe, führte sie jedoch trotzdem aus und schrieb das Wort sogar – im Vergleich zu Theresa – richtig auf. Anschließend war der Traum beendet, da ich aufwachte. Ich war immer noch wütend auf mich und vor allem auf Paul. Als ich die Augen aufmachte, lag zu allem Überfluss Paul neben mir. Für einen Moment war ich wütend auf ihn und wollte etwas sagen, doch im nächsten Moment merkte ich, dass es nur ein Traum war. Ich schloss die Augen wieder, da es erst 6:30 Uhr war und schlief noch ein wenig.
Eine Stunde später standen wir auf. Es regnete immer noch sehr stark.
Nachdem wir gefrühstückt und alle Sachen in meinem und Maris Autos verstaut hatten, fuhren wir bei immer noch anhaltendem Regen nach Whakapapa Village zum Infocenter. Dort wurde uns abgeraten, den ersten 8,5 Kilometer langen und bei diesen Witterungsbedingungen 5 Stunden dauernden Abschnitt zur Mangatepopo Hut zu laufen, da einige Ströme ziemlich voll mit Wasser wären und man die ganze Zeit durch Matsch laufen würde.
Uns wurde geraten, mit dem Bus oder einem Auto zur Mangatepopo Hut zu fahren.
Wir entschlossen uns, Maris Auto am Parkplatz des Infocenters zu lassen und mit meinem Auto zum Parkplatz der Mangatepopo Hut zu fahren, wo wir die Nacht schlafen wollten. Wir kauften uns einen Hut Pass für den Track (25$/Nacht). Vorher wollten wir aber noch einen Track laufen, um uns an die Strapazen, die uns die nächsten Tage erwarten, zu gewöhnen. Wir entschieden uns dazu, den zweieinhalbstündigen Track zu den Taranaki Falls zu laufen – mit unseren etwa 20kg schweren Rucksäcken.
Wir machten uns auf und gingen durch einen Wald in Richtung der Taranaki Falls. Nach einer guten Stunde hatten wir sie erreicht. Das Wasser rauschte – auch bei strömendem Regen – wunderschön über eine Stufe einige zehn Meter in die Tiefe. Wir machten eine Pause und aßen etwas. Es war schön, den Rucksack einmal ablegen zu können, da er doch ziemlich schwer war.
Nach einiger Zeit gingen wir oberhalb des Wasserfalls in Richtung Whakapapa Village zurück.
Es regnete während des ganzen Tracks sehr stark. Meine Schuhe wurden am Ende etwas nass. Zu allem Überfluss hielt auch meine Regenhose dem Regen auf dem Rückweg von den Falls nicht mehr stand und meine Jeans sog sich mit Wasser voll, was das Laufen auch nicht einfacher machte.
Als wir wieder zurück waren, gingen wir zu einem halböffentlichen Trockner (eigentlich gehörte er zu einem Ferienresort) und trockneten dort unsere Wäsche – zumindest versuchten wir es, da einige Wäschestücke auch nach mehreren Trocknerdurchläufen noch nicht trocken war.
Nach gut zwei Stunden im Aufenthaltsraum des Ferienresorts machten wir uns zu den Autos auf.
Am Parkplatz luden wir alle Rucksäcke in mein Auto und das meiste, was wir nicht brauchen würden, in Maris Auto. Dann begaben wir uns alle in mein Auto – Theresa musste auf Maris Schoß sitzen – und fuhren zum Parkplatz der Mangatepopo Hut, von dem es noch eine halbstündige Wanderung zur Hut bedurfte.
Das Auto war fast mit dem Maximalgewicht beladen und fuhr dementsprechend schwerfällig und hatte einen langen Bremsweg.
Mittlerweile war das Wetter deutlich besser geworden, die meisten Wolken waren verschwunden und die Sonne war sogar herausgekommen.
Als wir am Parkplatz angekommen waren, nahmen wir unsere Rücksäcke und machten uns auf den Weg zur Mangatepopo Hut. Da meine Trampingschuhe noch nass waren, hing ich sie an meinen Rucksack und machte mich in Flip-Flops auf den Weg. Nach einigen Minuten merkte ich jedoch, dass ich meine Mütze sowie meinen Schal im Auto vergessen hatte. Während die anderen weitergingen, legte ich meinen Rucksack ab und musste ich mich noch einmal zum Auto aufmachen.
Da die anderen gewartet hatten, hatte ich sie bald wieder eingeholt. Dann war es auch nicht mehr so weit bis zur Hütte, die schön in der Wiesenlandschaft gelegen lag. Allerdings gab es nicht wie erhofft einen Bach in unmittelbarer Nähe, in dem man hätte baden können.
Die Hütte war sehr stark beheizt und es war mollig warm.
Wir stellten fest, dass wir keine dicken Schlafsachen brauchen würden. Außerdem bemerkten wir, dass es auf den Hütten keine Mülleimer gibt und man seinen Müll wieder mitnehmen muss.
Also brachten wir unsere dicken Schlafsachen, einen vollen Müllsack sowie Kleidung, die uns nun doch überflüssig erschien, zum Auto zurück.
Am Abend herrschte eine sehr nette Atmosphäre auf der Hütte. Wir unterhielten uns mit anderen Trampern, bevor wir kurz nach Sonnenuntergang (21 Uhr) ins Bett gingen.
Nachts wachte ich auf, da ich auf die Toilette musste, die sich draußen befand.
Der Himmel war sehr klar und man konnte sehr viele Sterne sehen.
Erst nach einer knappen halben Stunde ging ich wieder in die Hütte und legte mich schlafen.
Donnerstag
Am Donnerstag standen wir um 6:30 Uhr auf. Nach einem Porridge-Frühstück machten wir uns um kurz nach 8 Uhr bei wunderschönem Wetter auf in Richtung der 9 Kilometer und 5 bis 6 Stunden entfernten Ketetahi Hut.
Nachdem wir uns lange Zeit durch Wiesenlandschaft bewegt hatten, wandelte sich das Landschaftsbild mit zunehmender Laufzeit und Höhe in eine Steinlandschaft, wie man sie von Mordor aus dem Herrn der Ringe kennt. Auf den Wegen war recht viel los, denn wir befanden uns auf dem Abschnitt, den auch die Tramper benutzen, die den Tongariro Alpine Crossing, einen Eintagestramp, machen.
Nach gut zwei Stunden wurde es immer steiler. Es gab mehr und mehr Stufen zu erklimmen, die anstrengend heraufzulaufen waren. Der Mt. Ngauruhoe war lange Zeit von Wolken umgeben, kam aber, als wir die Stufen hinaufstiegen, aus diesen hervor und zeigte uns sein karges rötlich-braunes Antlitz mit weißer Schnee- und Eishaube.
Nach einer weiteren halben Stunde Aufstieg befanden wir uns an einer Abzweigung. Entweder konnte man dem normalen Weg in Richtung Ketetahi Hut folgen oder man nahm den Seitenweg zum Gipfel des Mt. Ngauruhoe. Während Steffi und Johanna den direkten Weg zur Hütte bevorzugten, wollten Mari, Theresa, Paul und ich versuchen, den Gipfel zu erklimmen, auch wenn wir keine Schneeausrüstung dabei hatten.
Nachdem wir die Rucksäcke abgelegt hatten, uns dick angezogen und eingecremt hatten sowie Essen eingesteckt und Wasserflaschen in Haltekonstruktionen aus Regenhosen verstaut und diese um unseren Körper gebunden hatten, machten wir uns auf den Weg in Richtung Gipfel. Es gab keinen vorgeschriebenen Weg, allerdings einige andere Leute, denen man folgen konnte.
Im unteren Bereich des 2290m hohen Berges befand sich grobes Vulkangestein, welches immer rötlicher wurde, je höher man kam. Die Steigung wurde immer heftiger und das Gestein loser. Man rutschte des Öfteren wieder ein kleines Stück hinunter, nachdem man einen Schritt hinauf gemacht hatte.
Manchmal lösten sich auch Steine und rollten den Berg hinunter. Man musste etwas aufpassen, dass man nicht unerwartet von Steinen getroffen wurde und keine Steine in zu starke Bewegung brachte und andere Tramper gefährdete.
Im Bereich unmittelbar unterhalb des Gipfels lag viel Schnee. Es war recht glatt und man hatte Probleme, voranzukommen. Letztendlich schafften wir es aber nach etwa anderthalb Stunden Kletterei auf den Gipfel. Der Aufstieg hatte sich gelohnt. Wir befanden uns am Rande eines recht großen Kraters, über den Wolken, und genossen den Ausblick über den Nationalpark mit seinen Vulkanen und Seen. Wir machten einige Fotos von uns und der Landschaft. Man hatte einen sehr schönen Blick auf den Mount Ruapehu und konnte sogar den Mount Taranaki, der mehr als 100 Kilometer entfernt ist, sehen.
Nachdem wir genug Fotos gemacht hatten, zerstörten wir den Einen Ring im Feuer des Schiksalsbergs und retteten so die Welt vor dem Bösen – in Wahrheit hatte ich nur eine Traubenzuckertablette in den Krater geworfen und Theresa ihren Ring behalten, allerdings war Sauron auf den billigen Trick hereingefallen. Da der Schiksalsberg nun bald ausbrechen und Sauron ein für alle Male besiegt sein würde, begaben wir uns anschließend auf den Rückweg (nur zur Info: letztendlich brach der Vulkan doch nicht aus, wieder so eine Erfindung Tolkiens…).
Wir fanden schnell heraus, dass es am schnellsten und einfachsten war, einfach den Schnee herunterzurutschen. Man nahm einiges an Geschwindigkeit auf und hatte viel Spaß bei der doch recht rasanten Fahrt gen Tal.
Nachdem das Eis der Vulkansand- und Vulkangesteinswüste wich, nahm der Spaß nicht ab, denn der Sand war so tief, dass man sehr schön den Hang hinunterlaufen oder -springen konnte.
Nach einer guten halben Stunde erreichten wir unseren Ausgangspunkt, wo wir unsere Rucksäcke hatten stehen lassen. Sie standen immer noch da. Nach einer etwas längeren Pause machten wir uns auf den Weg in Richtung Ketetahi Hut. Nach dem Durchlaufen einer wüstenähnlichen Ebene ging es an den nächsten Anstieg, dieses Mal hinauf zum Red Crater. Der Krater sah sehr schön aus und wir genossen den Ausblick. Als wir uns den Krater ansahen, sahen wir zwei Südländer, die doch tatsächlich in Karohemden, Röhrenjeans und Bootsschuhen, mit einer einzigen Wasserflasche (für beide!) bepackt, den Tongariro Alpine Crossing, der immerhin 19 Kilometer lang ist, bestritten. Sie sahen schon sehr müde aus.
Es ging noch kurz bergauf, bevor es zu den Emerald Lakes hinab ging. Meine Schuhe machten mir beim Abstieg deutlich, dass sie Warehouse-Qualität hatten, denn ihre Sohlen waren beim Abstieg vom Mt. Ngauruhoe so dünn geworden, dass ich jeden Stein beim Abstieg vom Red Crater spürte und mir die Füße sehr stark wehtaten.
Der Blick auf die wunderschön türkis leuchtenden Emerald Lakes entschädigte aber für einiges.
Anschließend ging der Weg weiter zum Blue Lake hinauf, der auch sehr schön aussah.
Anschließend dachten wir, schon fast bei der Hütte zu sein, es dauerte jedoch noch eine Stunde, bis wir dort ankamen. Vorher mussten wir noch durch eine Wiesenlandschaft um einen Berg herum, auf dem Weg Schneeflächen überqueren und dann, als man die Hütte schon sah, schier endlos lange Serpentinenwege durch Strauchlandschaft hinabsteigen.
In der Hütte angekommen, entspannten wir uns etwas, bevor wir uns mit kaltem Wasser und unserem Shampoo in einem Waschbecken wuschen. Von der Hütte hatte man einen sehr schönen Ausblick auf den Lake Rotaira sowie auf den Lake Taupo und darüber hinaus.
Wir genossen den Ausblick und die Sonne, aßen unser Abendessen und gingen dann früh schlafen.
Nachts sah ich mir wieder die Sterne an, die wundervoll am Nachthimmel glitzerten.
Freitag
Am Freitag standen wir um 6 Uhr auf und machten uns nach einer Portion Porridge um kurz nach 7 Uhr bei wieder einmal ausgezeichnetem Wetter auf in Richtung Waihohonu Hut, die 16,5 Kilometer Wegstrecke und etwa 7 Stunden entfernt von der Ketetahi Hut liegt. Mein Rucksack fühlte sich ziemlich leicht an, nachdem wir die Hälfte der Nudeln gegessen hatten. Als wir wieder bei den Emerald Lakes angekommen waren, begaben sich Paul, Theresa und ich nach dem Ablegen unserer Rucksäcke auf den Weg hinauf zum Mt. Tongariro, während Mari, Steffi und Johanna direkt in Richtung Waihohonu Hut liefen. Paul, Theresa und ich mussten erst den Anstieg zum Red Crater hinauf, bevor wir uns in Richtung Gipfel begaben. Es war ziemlich windig und zeitweise etwas wolkig, doch als wir nach etwa 40 Minuten den Gipfel erreichten, war wunderbare Sicht. Der Weg hinauf war nicht so schwierig gewesen. Manchmal mussten jedoch größere Schneepassagen überwunden werden. Da es noch recht früh war, waren zum Glück kaum andere Leute unterwegs. Nachdem wir einige Zeit auf dem Gipfel verbracht, Fotos gemacht und uns gestärkt hatten, machten wir uns auf den Rückweg. Bei den Schneepassagen rutschte ich einige Male aus, da meine Sohlen sehr dünn und labil waren.
Den Abstieg vom Red Crater liefen und sprangen wir hinunter. Die anderen Tramper sahen uns dabei amüsiert, aber verwundert zu. Einige probierten es auch aus.
Nachdem wir unsere Rucksäcke wiederhatten, machten wir uns in Richtung Waihohonu Hut auf.
Zuerst ging es an einen Abstieg, der mit meinen Schuhen sehr unangenehm war.
Die Landschaft war von Sträuchern und Büschen geprägt. Wir begegneten so gut wie keinen Leuten.
Nachdem wir im Tal angekommen waren, das Laufen leichter fiel und wir uns schon ordentlich fortbewegt hatten, machten wir eine Mittagspause.
Nachdem wir wieder aufgebrochen waren, änderte sich die Landschaft und wir befanden uns bald in einer riesigen kargen Wüste.
Nach wie vor konnte man Mt. Ngauruhoe und Mt. Ruapehu bewundern. Nachdem wir lange durch Wüstenlandschaft gewandert waren und einige Täler sowie Talsperren durch- bzw. überquert hatten, erblickten wir einen Wald. Der Weg führte uns direkt in den Wald, wo es noch einmal steil wurde. Irgendwann kamen wir aus dem Wald heraus und befanden uns wieder von Wüstenlandschaft umgeben. Der nächste Waldabschnitt war allerdings schon zu sehen. Wir sahen auch ein Gebiet im Wald, das eine Hütte darstellen könnte. Nachdem wir die Wüstenlandschaft abermals hinter uns gelassen hatten, kamen wir in den Wald und nach einer knappen halben Stunde hatten wir die Hütte erreicht – müde, aber glücklich. Theresa, Paul und ich begaben uns auch bald zum Bach. Das Wasser war ziemlich kalt, die Freude über ein richtiges Bad ließ aber jegliche Zierde vergessen. Paul hatte seine Unterwasserkamera dabei, sodass wir sogar Unterwasserfotos machten.
Nachdem wir unsere Dusche beendet hatten, machten wir uns unser Abendessen, setzten uns nach draußen und sonnten uns.
Am Himmel war eine sehr schöne Wolke, die wir uns ansahen. Sie verwandelte sich unter anderem in ein Gesicht, ein Küken und einen Elefanten.
Nachdem es dunkel wurde, sahen sich Paul, Theresa und ich noch kurz den Sternenhimmel an, der wieder einmal sehr schön war, bevor wir uns schlafen legten.
Samstag
Am Samstag standen wir wieder mit allen anderen Trampern um 6 Uhr auf.
Kurz nach 7 Uhr machten wir uns dann auf nach Whakapapa Village, das knapp 6 Stunden und 14 Kilometer entfernt war.
Die meiste Zeit des Tages gingen wir durch recht langweilige Strauchlandschaft. Am Wegesrand lagen auch einige große Plastiksäcke, da gerade neue Wege gebaut werden.
Das Wetter war erst noch gut, sodass man gut in Shorts herumlaufen konnte, nach einiger Zeit wurde es jedoch schlechter und als wir eine Pause in Ausbuchtungen eines Hügels machten, fing es sogar an zu regnen.
Nach der Pause fing es etwas stärker an zu regnen. Dennoch entschlossen sich Paul, Theresa, Mari und ich zusammen mit einem Tasmanier, den wir auf den Hütten kennen gelernt hatten und der uns eingeholt hatte, zum Lower Tama Lake zu gehen.
Anschließend begaben wir uns auf die letzten Kilometer in Richtung Whakapapa Village.
Irgendwann erreichten wir die Taranaki Falls. Die Strecke zurück zum Infocenter fühlte sich daraufhin sehr lang an. Kurz vor 12:30 Uhr erreichten wir dann letztendlich das Infocenter, wo sich Steffi und Theresa schon befanden.
Geschunden wie wir waren, setzten wir uns auf eine Bank, umarmten und beglückwünschten uns und waren froh, dass der Tramp zu Ende war. Wir aßen unsere letzten Vorräte und waren einfach nur glücklich, nicht laufen oder tragen zu müssen.
Dann fuhr ich mit Mari zum Mangatepopo Parkplatz. Mein Auto stand noch. Mari fragte mich, ob es normal sei, dass das Schloss der Beifahrertür etwas ramponiert sei. Es sah etwas ungewohnt aus, doch ich hatte mir das Schloss noch nie genauer angesehen gehabt, sodass ich nicht wusste, ob es vorher schon so aussah. Ich sagte Mari, dass das Schloss schon immer ramponiert gewesen sei.
Nachdem ich bei Mari ausgestiegen war, fuhr sie weg. Ich stieg in mein Auto und fuhr ihr hinterher. Ich wunderte mich, dass die kleine Ablage in der Mitte des Armaturenbretts geöffnet war, schloss sie aber einfach, da ich dachte, dass wir sie vielleicht extra geöffnet hatten, um zu zeigen, dass es keine Wertsachen zu holen gäbe. Auf dem Weg fiel mir auf, dass die Mappe mit den CDs nicht mehr auf dem Beifahrersitz stand, wo wir sie hingelegt hatten und dass die Essenstüte mit dem Abendessen nicht mehr im Fußbereich der Beifahrersitzes stand. Ich fuhr anschließend etwas schneller, da ich schnell in den Kofferraum sehen wollte, um zu sehen, ob noch alles da ist.
Am Whakapapa-Village-Parkplatz angekommen, bewahrheitete sich, dass ins Auto eingebrochen wurde. Das Essen, die CDs, eine meiner Jeans, meine schwarze Sweatshirtjacke und eine Garnitur frische Unterwäsche von mir waren weg, außerdem ein Gürtel von Paul und ein Gürtel und ein Pulli von Theresa. Mein Radio war allerdings nicht geklaut worden.
Nachdem Mari ihre Sachen aus meinem Auto und alle Sachen von uns aus ihrem Auto genommen hatte, verabschiedete sie sich von uns. Schon wieder sollten sich unsere Wege trennen.
Ich bin mir aber sicher, dass wir uns schon bald wieder sehen werden.
Die verbliebenen Tramper bestehend aus Paul, Theresa, Steffi, Johanna und mir luden das Gepäck in mein Auto und fuhren in Richtung Taupo, wo ich Steffi und Johanna absetzte, da sie in Taupo einen Job finden wollten.
Paul, Theresa und ich fuhren indes weiter zum Thermal Park in Taupo, wo wir uns in einem hot stream von den Strapazen der letzten Tage entspannten.
Anschließend fuhren wir nach Auckland zurück, wo wir gegen 22:30 Uhr nach einem langen, ereignisreichen und sehr schönen Trip müde ankamen und schon bald müde in unsere Betten fielen.
P.S.: Mittlerweile habe ich das Geld für meine Trampingschuhe aufgrund eines Materialfehlers zurückerstattet bekommen.
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Mari und Theresa (sowie Paul) mit Vorfreude auf den Trampingtrip
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Taranaki Falls
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der Mt. Ngauruhoe (=der Schiksalsberg aus dem Herrn der Ringe)
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idyllisches Tramping mit Blick auf den Mt. Ngauruhoe
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ich vorm Mt. Ruapehu auf dem Weg zurück zum Auto
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wunderschöne Buschlandschaft
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der Schiksalsberg
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ich vorm Schiksalsberg
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Steffi, Theresa, Mari, Paul und ich vorm Mt. Ngauruhoe
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über den Wolken
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steiler Aufstieg
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steiniger Aufstieg über Lavagestein
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der Krater des Schiksalsbergs vom Gifpel aus gesehen
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Ausblick auf die Vulkanlandschaft und den Blue Lake
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Ausblick aufs Tal
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der Krater des Mt. Ngauruhoe mit Mt. Ruapehu im Hintergrund
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die letzten Meter zum Gipfel des Schiksalsberg führten über Schnee und Eis
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ich vorm Krater
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Paul und Theresa vorm Krater
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ich vorm Krater am Gipfel des Schiksalsbergs
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die Gipfelstürmer
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karges Feld nach dem Abstieg vom Schiksalsberg
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Mari beim Aufstieg zum Red Crater
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Red Crater
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Maris Mütze in farblicher Abstimmung mit den Emerald Lakes
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Emerald Lake
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Blue Lake
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weite Buschlandschaft
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die Ketetahi Hut im Sträuchermeer
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kurze Verschnaufpause für Mari, Theresa, Steffi, Paul und Johanna
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Red Crater, Mt. Ngauruhoe und Mt. Tongariro
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Ich vor Vulkanlandschaft mit Mt. Ngauruhoe
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der Schiksalsberg vom Mt. Tongariro aus gesehen
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Mt. Ngauruhoe und Mt. Ruapehu vom Mt. Tongariro aus gesehen
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Sonnenbad auf dem Gipfel des Mt. Tongariro mit Mt. Ngauruhoe und Mt. Ruapehu im Hintergrund
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Mt. Ngauruhoe hinter Felslandschaft
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Tal mit Mt. Ngauruhoe (dem Schiksalsberg)
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Mt. Ruapehu hinter karger Landschaft
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Mt. Ruapehu
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Wüstenlandschaft
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ein Bach im Wald – ein seltenes Bild…
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Mt. Ruapehu und Mt. Ngauruhoe
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Paul, Theresa und Mari beim Ausruhen und Sonnen
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die schöne Wolke in Elefantenform
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durch die Wiesenlandschaft mit Ausblick auf den Mt. Ruapehu
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Paul, Mari, Theresa und ich am Lower Tama Lake
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einfach Hinfallen lassen können und nicht mehr gehen müssen…
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erst einmal Ausruhen
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Theresa, Mari, Paul und ich nach getaner Arbeit
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